Professor Lajos Bárdos - Artikel von Ferenc Halmy PDF Print
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Die ungarische Musik hat dem Komponisten, Dirigenten und Pädagogen Lajos Bárdos dem Musikwissenschaftler und Organisator der Chorkultur sehr viel zu verdanken.

In den zwanziger Jahren erwarb sich der junge Musiker (nachdem er ursprünglich die Ingenieurlaufbahn gewählt hatte) seine musikalischen Kenntnisse mit außergewöhnlicher Gründlichkeit und Ausdauer. Mit noch nicht 30 Jahren lehrte er bereits an der Musikakademie und wußte seine Kenntnisse mit derselben Gründlichkeit weiterzugeben.

Inzwischen hielt er eine Strawinsky Uraufführung in Budapest, leitete zwei große Gesangchöre (Cecilien- bzw. Palestrina-Chor), organisierte die von Zoltán Kodály inspirierte Chorbewegung und versah die musikalische Leitung erst der großen (und damals sehr modernen) Kirche Városmajor und später (1942-62) der Krönungskirche (Matthias-Kirche) in der Burg. Zwanzig Jahre lang gab er mit Gyula Kertész zusammen die Zeitschrift "Magyar Kórus" (Ungarische Chorwelt) heraus und leitete einen Musikverlag desselben Namens.

Zugleich wußte er sich auch schöpferische Ruhe zu verschaffen. Seine Chorwerke, die infolge ihres eindeutig ungarischen Geistes, ihrer ausgezeichneten Prosodie und ihrem tiefgreifenden oder spielerisch lustigen Inhalt gehören durchweg zu den beliebtesten Programmwtücken der Gesangchöre. Die musikologischen Beiträge Bárdos' sind vieleicht von noch größerer Bedeutung: keiner kennt die Melodik und Harmonik Liszt' und der nach ihm folgenden Generationen besser, keiner weiß die völkischen Rhythmen Bartóks, die prinzipiellen Grundlagen der zeitgenössischen Musik, genauer darzulegen.

Seine Bemerkung "Nie habe ich von zehn Büchern ein elftes geschrieben" wird oft und gern volle Wahrheit. Er hat uns, seine Schüler, durch seine suggestive Persönlichkeit und seinen strahlenden Humanismus gelehrt, wie wir uns in de Welt der Musik auszukennen haben.


Neueste Nachrichten, 1974. X. 6.